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Wann ist eine Kasse für das Finanzamt eine Kasse?



Seit dem 6. Mai 2020 liegt ein Urteil des Finanzgerichts Hamburg vor, das auch die Hosentasche als Kasse bezeichnet. Damit ist klar: Egal, wohin Einnahmen wandern, in der Rechtsprechung wird das Depot, wo das eingenommene Geld eines Händlers jeweils gelagert wird, von einem Finanzgericht als Kasse aufgefasst.

Kasse Definition Finanzamt | Foto:(c) Alexas_Fotos /pixabay.com

Es kommt also nicht mehr darauf an, dass ein bestimmter Apparat oder Gegenstand zum Ablegen von Einnahmen bemüht wird, sondern der Vorgang einer Geldeinnahme zählt.

Hosentasche, Blumentopf, Sparschwein, Briefumschlag: Alles Kassen!
Den Finanzverwaltungen ist es egal, wie die Kunden zahlen. Werden fällige Rechnungen bar oder teilweise bar bezahlt, ist ein Händler verpflichtet, sämtliche Bareinnahmen in einem ordnungsgemäßen Kassenbericht aufzuführen.

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Unter dem Aktenzeichen 2 V 129/19 des Finanzgerichts Hamburg ist erläutert, dass der Begriff "Kasse" denkbar weit gefasst ist und alle Behältnisse umfasst, die zur Aufbewahrung von Geld potenziell genutzt werden können. Sogar die Hosentasche des Händlers, der gebrauchte Busse kauft und verkauft, und dessen Fall das Finanzgericht in Hamburg zu beurteilen hatte, zählt dazu. Ihm wurde wegen seines lückenhaften Kassenberichtes vorgeworfen, ?eine nicht ordnungsgemäße Buchführung? zu unterhalten.

Kommt ein Finanzamt zu der Überzeugung, dass ein Kassenbericht nicht vorschriftsmäßig vorgelegt wurde, mag es für den jeweiligen Händler teuer werden: In diesem Fall ist ein Finanzamt berechtigt, dessen Umsatz zu schätzen. Dabei gilt nicht ?im Zweifel für den Angeklagten?, sondern in den meisten Fällen liegt die Schätzung eines Finanzamtes bei den tatsächlich erzielten Umsätzen, die es zu kalkulieren gilt. Im Rahmen eines Schätzverfahrens müssen Unternehmer also damit rechnen, dass sie mit einer höheren Steuer belastet werden als ohne Schätzverfahren.

Die elektronische Kasse erspart den Kassenbericht

Obwohl seit dem 01.01.2017 neue Vorschriften für elektronische Registrierkassen gelten, sind offene Ladenkassen nicht verboten. Es macht nur ein wenig mehr Mühe, eine offene Ladenkasse ordnungsgemäß zu führen.
Es ist nicht in jedem Gewerbe sinnvoll, eine elektronische Kasse anzuschaffen, in der alle Artikel und Warengruppen sowie die entsprechenden Preise eines Händlers gespeichert sind. Aber praktisch sind sie schon, die cleveren digitalen Geräte. Bei einer elektronischen Kasse entfällt die Pflicht zum Kassenbericht, da der digital erzeugte Bon alle Informationen enthält, die das Finanzamt benötigt, um im Falle einer Umsatzsteuerprüfung die korrekte Höhe des Umsatzes zu ermitteln.

Wer nicht über eine solche elektronische Kasse verfügt, sondern eine sogenannte "offene Ladenkasse" führt, ist gut beraten, möglichst zeitnah einen ordnungsgemäßen Kassenbericht anzulegen. Ein solcher Kassenbericht umfasst als Größen den Kassenendbestand (der wird durch Zählung ermittelt), den Kassenendbestand des Vortages, die Bareinlagen, die Ausgaben, die Barentnahmen und die Tageseinnahmen.

Zu beachten ist hierbei, dass - je nachdem, wie häufig ein Unternehmen Umsätze generiert, - nicht nur am Ende eines Tages ein Gesamtbeleg, sondern Einzelquittungen bzw. Einzelbelege für jeden Umsatz angefertigt werden müssen. Wer beispielsweise wie eine Kosmetikerin etwa einmal in der Stunde einen Umsatz verzeichnet, muss dafür auch einen entsprechenden Nachweis in seinem Kassenbericht anlegen. Ganz anders sieht das bei einem Händler auf dem Wochenmarkt aus: Hier werden so viele einzelne Umsätze in kurzer Zeit generiert, dass es nicht zumutbar ist, darüber jeweils einzeln Buch zu führen. Ansonsten empfiehlt es sich, täglich einen Kassenbericht aufzuzeichnen.

>>Der Artikel ist keine Steuerberatung und ersetzt diese nicht<<
Foto:(c) Alexas_Fotos /pixabay.com
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