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Zu viel Süßes ist schädlich: Kommt jetzt die Zuckersteuer?



Diabetes, Fettleber und Übergewicht werden inzwischen schon im Vorschulalter diagnostiziert. Die Krankenkassen sehen sich selbst unübertroffenen Herausforderungen gegenüber. Einige Staaten machen es bereits vor, nun zieht Großbritannien nach: Mit der Zuckersteuer soll den Konsumenten die Lust auf Süßes ganz schnell vergehen.

Der Wirbel um das weiße Gold: Was ist dran?

Zucker und Süße gehören mit zu den ersten Erfahrungen, die der Mensch macht. Selbst die Muttermilch schmeckt leicht süßlich und wird deshalb von Säuglingen gerne angenommen. Von der Milch geht es über milde Karotten zum ersten Fruchtsaft und schließlich zu Gummibärchen, Schokolade und Cola. Die Folgen sind fatal.

Bereits im Kleinkindalter wird in nur einem Jahr kiloweise Zucker konsumiert. Experten rechnen damit, dass die westliche Zivilisation nur noch eine Generation davon entfernt ist, bis 50 Prozent der Jungen und 70 Prozent der Mädchen an Die Zuckersteuer auch in Deutschland? | Foto: (c) freshidea / Fotolia.comÜbergewicht leiden oder gar fettleibig sein könnten. Frei nach dem Motto, beim Geld hört der Spaß auf, soll nun durch eine höhere Versteuerung auf Süßigkeiten und Co. ein stärkeres Bewusstsein für gesunde Ernährung geschaffen werden. In anderen Ländern hat dieses Konzept bereits Einzug gehalten, Großbritannien will nun nachziehen.

Internationale Vorreiter

Zu viel Fett und zu viel Zucker machen auf Dauer krank - diese Erkenntnis ist nicht neu. Doch allein der Hinweis auf Sport oder Obst und Gemüse reichen nicht aus, wenn an jeder Ecke die sündigen Leckereien zu erhalten sind, die zu allem Überfluss auch noch viel günstiger angeboten werden, als die gesunde Alternative. Einige Länder gehen gegen Übergewicht und Diabetes vor, in dem sie die Mehrwertsteuer auf zuckerhaltige Produkte, Softdrinks und Fast Food empfindlich erhöhen. Auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft hält diesen Schritt für die richtige Maßnahme.

Den Anfang machte 2011 Dänemark. Hier wurden die Fette in Lebensmitteln höher versteuert. Ein Jahr darauf folgte Frankreich mit der sogenannten "Cola-Steuer", die sich freilich nicht nur auf das koffeinhaltige Kaltgetränk, sondern auch auf alle anderen Getränke bezog, die mit zusätzlichem Zucker angereichert werden.

Die Regierung in Mexiko geht seit 2013 sogar noch einen Schritt weiter, um Diabetes und Co. vorzubeugen. Sämtliche Fast-Food-Gerichte, Süßigkeiten und Softdrinks, die pro hundert Gramm mehr als 275 Kalorien vorweisen, fallen unter eine Strafsteuer.

Entwicklung in Großbritannien

Auch der Inselstaat hat die negativen Auswirkungen des Zuckers auf die Gesundheit und damit auf das gesamte Gesundheitssystem erkannt und will nun reagieren. Die neue Steuer soll zunächst auf zwei Stufen basieren und bezieht sich vorab nur auf zuckerhaltige Softdrinks. Die erste Stufe bezieht sich auf Getränke mit mehr als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter, Stufe zwei tritt ab acht Gramm Zucker in Kraft. Die Abgabe richtet sich freilich an Unternehmen und soll ca. 660 Millionen Euro einbringen. Dieses Geld wiederum soll zur Förderung des Grundschulsports genutzt werden.

Natürlich werden Unternehmen dementsprechend reagieren und ihre Produkte zu höheren Preisen anbieten. Somit bekommen auch die Konsumenten die Zuckersteuer am eigenen Leib zu spüren - und das ist auch gut so, erklären Experten. Denn so greifen Konsumenten statt zur teureren Cola doch lieber zur günstigeren und gesünderen Wasserflasche.

Gleiches Konzept auch in Deutschland denkbar?

Wenn es nach deutschen Medizinern geht, dann sollte das Prinzip Zuckersteuer auch hierzulande Schule machen. Wiederholt fordern Diabetes-Verbände und auch Politiker höhere Steuern für gesundheitsgefährdende Lebensmittel. Eine Möglichkeit bestünde darin, den Mehrwertsteuersatz für besonders kalorische und zuckerhaltige Produkte auf 19 Prozent zu erhöhen. Spruchreife Pläne diesbezüglich liegen jedoch noch nicht vor.

Foto: (c) freshidea / Fotolia.com

Hinweis: Der Artikel stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt sie nicht.

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