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Katzenbetreuung gilt als haushaltsnahe Dienstleistung


Katzenliebhaber können sich freuen. Das Gericht zeigt ein Herz für Tiere. Nach einem Streitfall hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass sich Tätigkeiten, wie die Betreuung eines Haustieres während der Urlaubstage als "haushaltsnahe Dienstleistungen" von der Steuer absetzen lassen. Natürlich gilt das nicht nur für Katzen, sondern für Haustiere im Allgemeinen.

Was sind haushaltsnahe Dienstleistungen?

Jeder, der schon einmal eine Steuererklärung gemacht hat, stieß dabei auf den Katzenbetreuung als haushaltsnahe Dienstleistung | Foto: (c) Azaliya (Elya Vatel) / Fotolia.comBegriff der "haushaltsnahen Dienstleistungen". Bei einer haushaltsnahen Dienstleistung handelt es sich um eine Aufwendung, die eine Steuerermäßigung nach sich ziehen kann. Dieser Punkt wird von vielen Steuerzahlern sehr häufig übersehen - zu Unrecht, denn im Grunde nimmt jeder von Zeit zu Zeit derartige Dienstleistungen in Anspruch.

Als haushaltsnahe Dienstleistungen gelten zum Beispiel Reinigungen der Wohnräume oder auch das Fensterputzen. Jeder, der einen externen Dienstleister beauftragt, seine Wohnung zu putzen, kann dies als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzen. Auch Gartenpflegearbeiten, die Kinderbetreuung für den Nachwuchs, die Inanspruchnahme eines Pflegedienstes oder die Unterbringung in einem Heim können bei der Steuererklärung berücksichtigt werden. Wer diese Ausgaben in seiner Einkommenssteuererklärung nachweist, kann sich bis zu 4000 Euro seiner Steuern zurückholen.

Zu beachten ist auch, dass sich der Haushalt im Inland, innerhalb der Europäischen Union oder des EWR befinden muss. Allerdings zählen auch Zweit-, Wochenend- und Ferienwohnungen zum Haushalt dazu.

Daneben gibt es jedoch auch Dienstleistungen, die eindeutig nicht unter diese Rubrik fallen. So zum Beispiel Friseur- oder Kosmetikdienstleistungen. In manchen Fällen darf allerdings gestritten werden. Wie auch bei der Frage, ob die Betreuung eines Haustieres während der Urlaubstage eine haushaltsnahe Dienstleistung ist. In diesem Fall hat nun der Bundesfinanzhof zugunsten der Steuerzahler entschieden.

Klage um das Haustier

Wer in Zukunft seine Katze oder andere Haustiere von einer Servicekraft betreuen lässt, während man selbst im Urlaub ist, kann die Kosten bei der Einkommenssteuerklärung geltend machen. Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass diese Ausgaben zu den haushaltsnahen Dienstleistungen zählen. Als Beispiele dafür nennt der oberste Finanzrichter Fellpflege, Fütterungen, Spaziergänge, Reinigung und weitere Beschäftigungen rund um das Haustier.

Grund für dieses Urteil war ein Ehepaar. Sie haben während ihrer Ferienreise ihr Haustier für ca. 300 Euro von einem Haustierdienstleister betreuen lassen. Das Finanzamt jedoch wollte diese Ausgaben nicht anerkennen, da dies dem Erlass des Bundesfinanzministeriums entgegenstehen würde. Im Erlass heißt es, dass für Tierbetreuungskosten keine Steuerermäßigungen nach § 35a EStG zu gewähren seien. Es kam zum Streitfall vor Gericht.

Beschluss des Bundesfinanzhofes

Das Urteil im Streitfall wurde am 03.09.2015 gefällt. Die Versorgung und Betreuung eines Haustieres wird als haushaltsnahe Dienstleistung begünstigt, entschieden hat der VI. Senat des Bundesfinanzhofes. Zum Urteil: HIER

Eine Steuerermäßigung im Sinne der haushaltsnahen Dienstleistungen nach § 35a EStG sei nur dann zu gewähren, wenn die angegebene Leistung eine hinreichende Nähe zur Haushaltsführung aufweisen bzw. damit in einem deutlichen Zusammenhang stehen würde. Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofes fällt die Pflege eines Haustieres eindeutig in diesen Rahmen. Typischerweise werden diese Tätigkeiten durch den Steuerpflichtigen selbst oder alternativ durch andere Haushaltsangehörige erledigt. Ist dies temporär jedoch nicht möglich, zum Beispiel aufgrund einer Reise, können stattdessen Servicestellen dafür in Anspruch genommen werden.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine rechtliche Beratung und ersetzt diese auch nicht.

Foto: (c) Azaliya (Elya Vatel) / Fotolia.com

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