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Magazin rund um Steuererklärung, Steuern sparen, Steuerrecht

17.03.2015

Kontosperrung durch Finanzamt - Umgang mit Pfändung

Ist das private oder geschäftliche Konto erstmal durch eine Pfändung gesperrt, kann dies verheerende Konsequenzen nach sich ziehen. Die Finanzämter pfänden oft ohne Voranmeldung, mal aus einer Einkommensteuerschuld, oder nicht pünktlich bezahlter Umsatzsteuer. Doch es gibt Wege zeitnah Lösungen zu finden. Auch kann man seine monetäre Flexibilität für den Fall einer Kontosperrung bei behalten.

Dieser Moment, wenn der Geldautomat kein Geld ausspuckt oder eine Rechnung nicht zahlbar ist, weil das Finanzamt eine Kontosperrung veranlasst hat, ist für viele nichts unbekanntes, zumal oft auch ungerechtfertigt. Dabei pfänden viele Behörden ohne Voranmeldung. Im Ergebnis sind keine Überweisungen und Auszahlungen mehr möglich, bis die Sachlage geklärt und die Pfändung gegenüber der Bank zurückgezogen wurde.

Schlimmer noch. Das Vertrauensverhältnis mit der Bank kann nachhaltig gestört werden, sofern nicht zügig gehandelt wird, Kreditkarten werden gesperrt, auch ein vorher eingeräumter Dispositionsrahmen wird in diesem Zuge gekündigt. Häufig werden auch Daten an Wirtschaftsauskunfteien, wie zum Beispiel der Schufa, gemeldet und senken die Kreditwürdigkeit.

Was also tun, wenn das Finanzamt eine Kontosperrung beauftragt?

Wenn das Konto gesperrt wurde, besteht Handlungsbedarf

Vorab sollte man rein sachlich agieren. Unsachlichkeit gegenüber dem Sachbearbeiter bei Finanzamt ist nicht hilfreich, verschlimmert eher die Lage. Informieren Sie sich als erstes bei ihrem Steuerberater, um den genauen Grund und die richtige Verhaltensweise abzustimmen. Hier sollte nicht gleich eine Dienstaufsichtsbeschwerde anvisiert werden.

Jede Kontosperrung aufgrund einer Pfändung des Finanzamtes bedarf einer Pfändungs- und Einziehungsverfügung. Diese wird über den Gerichtsvollzieher postalisch der Bank und Ihnen zugestellt. Oft kommt es vor, dass das Konto bereits gesperrt ist, obwohl genau diese Verfügung noch nicht vorliegt. Ein Anruf beim Finanzamt kann hier helfen, um an Informationen zu kommen. Sind Termine zur Zahlung übersehen worden, oder ist dem Finanzamt ein Fehler unterlaufen?

Sollte Ersteres der Fall sein, so sollten Sie die Forderung zeitnah und zügig begleichen. Im Normalfall bleibt das Konto bis zur vollständigen Zahlung gesperrt. Jedoch kann man auch eine Ratenzahlungsvereinbarung mit den Sachbearbeitern vereinbaren. Dazu ist ein persönliches Vorsprechen ratsam. Hier sollte man schon im Vorfeld die Gewinne und Verluste der Zukunft ordentlich notieren, um Argumente zu haben. Letztlich muss sich das Finanzamt sicher sein, dass es seine Steuern auch erhält.

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TIPP: Schätzen Sie Ihre monetäre Situation ehrlich und transparent ein. Es macht keinen Sinn zu positiv zu kalkulieren. Denn ist erstmal eine Vereinbarung zur Stundung der Steuer oder eine Ratenzahlung vereinbart, sollte man die Zahlungsfristen auch einhalten.

Grundsätzlich sieht der Gesetzgeber einen möglichen Stundungszeitraum von sechs Monaten vor. Ratenvereinbarungen können individuell und der finanziellen Situation angepasst werden. Nur ist das eine Kulanzentscheidung. Ist diese einvernehmlich getroffen erhält die Bank über den Gerichtvollzieher den Bescheid das Konto wieder zu öffnen.

Auch das Finanzamt macht Fehler

Es ist nicht allzu selten, dass auch Finanzämter einen Fehler machen und die Kontosperrung ungerechtfertigt ist. Sofern Sie dies genau wissen, oder Ihr Steuerberater den Fehler belegen kann, so muss das Finanzamt die Kontosperrung sofort aufgeben.

TIPP: Das Finanzamt sollte Ihnen den Fehler schriftlich bestätigen. Eine Kopie dieser Bestätigung sollten Sie im Nachgang bei Ihrer Bank vorlegen, um einen negativen Eintrag zu vermeiden, sowohl bei Kreditkarten oder der Schufa.

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Wie schütze ich mich im Vorfeld vor einer Kontosperrung?

Schutz alleine gibt es nicht. Nur kann man dafür sorgen weiterhin liquide zu sein. Es macht Sinn, gerade als selbständig Tätiger, nicht alle Konten beim Finanzamt anzugeben. Zwar ermitteln die Ämter alle Konten, doch das braucht Zeit und diese Zeit ist wichtig, um dringende Zahlungen auslösen zu können.

Auch sind so genannte Guthabenkonten eine Form, um die Konsequenzen bei einer Kontosperrung zu mildern. Die Bank darf diese "Konten für Jedermann", die es seit 1995 gibt im Falle einer Pfändung nicht kündigen, auch keine Gebühren für die Kontosperrung verlangen. Fragen Sie Ihren Bankberater, die meisten Banken bieten solche Guthabenkonten an.

Pfändungsschutzkonten gibt es seit 2010. Diese können über einen Betrag von 1.045,04 Euro nicht gepfändet werden. Bei Unterhaltszahlungen kann dieser Betrag auch individuell erhöht werden. Über den monatlichen Sockelbetrag von 1.045,04 Euro kann der Kontoinhaber frei verfügen.

Tipp: Suchen Sie sich bereits vor Aufnahme der selbständigen Tätigkeit einen Steuerberater in Ihrer Nähe, um die Situation möglichst zu vermeiden..

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine rechtliche Beratung dar und kann eine solche auch nicht ersetzen.


(Redaktion)

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