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07.08.2015

Einspruch beim Finanzamt einlegen, kann sich lohnen

Nach der so genannten Einspruchstatistik lohnt sich fast jeder Einspruch beim Finanzamt. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Einsprüche in 2014 eingelegt und mehr als zwei Drittel aller Steuerzahler hatte Erfolg. Doch wie fechtet man den Steuerbescheid an, was genau ist zu beachten?

Die Einkommensteuer ist gemacht, man hofft auf eine Rückzahlung und ist beim Erhalt des Bescheides eher "bescheiden erfreut". So geht es Millionen von Steuerbescheid-Einspruch kann sich lohnen | B. Wylezich/ Fotolia.com Steuerzahlern in Deutschland. Doch zeigen die jährlich verfassten Einspruchsstatistiken deutlich, dass sich ein Widerruf, beziehungsweise das Anfechten lohnt und somit mehr Geld vom Fiskus zu erwarten ist.
Allein in 2014 gingen circa 3,5 Millionen Einsprüche bei den Finanzämtern ein, im Vergleich zu 2013 mit 4,2 Millionen etwas weniger. Und doch zeigt sich deutlich, dass fast 67 Prozent der Anfechtungen Erfolg brachten.

Langsame Finanzämter

Es ist seit Jahren klar, dass die Behörden im Allgemeinen, die Finanzämter aber im Besonderen unter Personalmangel leiden. Dies führte zum Ende des Jahres 2014 zu fast drei Millionen unerledigten Einsprüchen, wenngleich es im Jahre 2013 fast vier Millionen Anfechtungen waren, die sich auf den Schreibtischen stapelten. Somit ist klar, dass es meist ein etwas langwieriger Weg ist, bis der Fiskus reagiert. Und doch, es lohnt sich!

Steuerbescheid genau prüfen

Es ist wichtig, dass man den Bescheid mit der Einkommensteuererklärung vergleicht. Hat man einen Steuerberater zur Hand, sollte man den Bescheid grundsätzlich prüfen lassen. Falls eine spezielle Software genutzt wurde, sollte man zumindest die Eingaben im Steuerprogramm mit denen des Bescheides vergleichen. Ist ein Fehler entdeckt, sollte man sehr zeitnah - hier reicht vorab ein formloser Einspruch - den Bescheid anfechten.

Einen Einspruch einzulegen ist generell kostenneutral, muss innerhalb eines Monats erfolgen und die Finanzämter sehen in den meisten Fällen auch ein, wenn Fehler vorliegen.

Wie legt man Einspruch beim Finanzamt ein?

Vorab kann man Einspruch einlegen, wenn der Bescheid bereits vorliegt, aber auch wenn man etwas Relevantes bei der Erklärung vergaß, das die Steuerlast mindern würde und dieses dem Fiskus zur Kenntnis gereichen möchte.

Grundsätzlich gilt: egal ob man aus seiner Sicht zu viel nachzahlen muss oder die Rückzahlung kleiner ausfällt, als gedacht hat man genau einen Monat Zeit den Widerspruch einzulegen. Maßgeblich für die Fristwahrung ist das Datum des Poststempels zuzüglich drei Tagen. Ist der Steuerbescheid später eingegangen, als der Poststempel ausweist sollte man sich auf den Zustellungstag berufen. Ist die Frist von vier Wochen abgelaufen ist der Steuerbescheid rechtskräftig und nicht mehr änderbar.

Der Einspruch kann so genannt "formlos" erklärt werden und per E-Mail, Fax, oder Post niedergelegt werden. Es ist wichtig, dass man erklärt, warum man den Bescheid anfechtet. Gegebenenfalls sollte man den Steuerberater hinzuziehen.

TIPP: Auch wenn man keine Begründung abgibt, oder nicht sicher ist, wo der Fehler steckt, so sollte man auf jeden Fall formlos den Widerspruch einlegen, auch ohne Begründung, und die Kritik später nachreichen, möglicherweise den Rechtsbehelf zurück ziehen.

Weniger Steuer zu zahlen, als notwendig


Es kommt vor, dass man versehentlich falsche Angaben bei der Steuererklärung abgab und dies nach Erhalt des Steuerbescheides deutlich wird. Auch in solchen, und gerade in solchen Fällen, ist man zum Widerspruch verpflichtet und muss eine korrigierte Steuererklärung vorlegen, um sich nicht dem Vorwurf der Steuerhinterziehung gefallen zu lassen.

Grundsätzlich gilt aber, dass man die im Steuerbescheid geforderte Summe erst einmal zahlen muss, da sonst Säumniszuschläge verlangt werden, diese liegen bei einem Prozent pro Monat. Erst nach Prüfung des Einspruches, beziehungsweise nach Erstellung des Bescheides bekommt man Geld vom Finanzamt zurück.

TIPP: Wenn der Betrag zu hoch ist, den der Fiskus verlangt, so kann man zusammen mit seinem Einspruch das die so genannte "Vollziehung des Steuerbescheides" ausgesetzt wird, jedoch bedarf es hier einer klaren Darlegung, warum Zweifel am Steuerbescheid bestehen.

Wie auch immer der Steuerbescheid ausfällt, es gibt viele Fehler im System und auch die Finanzämter machen nachweislich Fehler. Daher sollte man sich stets seinen Steuerbescheid genau anschauen und formal richtig, zeitnah und begründet in den Widerspruch gehen.

Hinweis: Der Artikel stellt keine rechtliche Beratung dar und kann diese auch nicht ersetzen.

Foto: B. Wylezich/ Fotolia.com
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