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Die Steuerapp des Finanzamtes kommt - mobil und bürgerfreundlich



Mit einer eigens entwickelten App für mobile Endgeräte möchte der Fiskus nun seinen Beitrag zur stetigen Verfügbarkeit von Daten leisten. Mit "ElsterSmart" ist nicht nur eine zügige Kommunikation mit dem Finanzamt möglich, auch Steuerbescheide lassen sich nun auch im Urlaub über das Handy lesen.

Doch welche Vorteile bieten sich wirklich und welchen sicherheitsrelevanten Herausforderungen muss diese App standhalten? Und vor Allem: was können wir von anderen EU-Ländern lernen, wenn es um Steuerhinterziehungen geht? App "ElsterSmart" erleichtert die Kommunikation mit dem Finanzamt | Foto: (c) lenetsnikolai / Fotolia.com

Alles wird immer mobiler: Vom Bankkonto, über die Steuerung der Hausanschlüsse bis hin zum Buchen von Reisen, Autos und mehr. Überall auf der Welt will der moderne und mobile Mensch stets und aktuell auf seine Daten zugreifen können. Doch sehr sicherheitsrelevante Daten, wie Steuerbescheide zum Beispiel, sind in den kommenden Tagen nun auch einsehbar, die Finanzamts-App "EltersSmart" machts möglich.Laut Aussage des Finanzministers von Nordrhein-Wesfalen, Norbert Walter-Borjans, stand bei der Entwicklung die Bürgerfreundlichkeit im Fokus der Bemühungen, sowie sicherheitsrelevante Aspekte. Mit dem mobilen Zugang zum Steuerkonto kann man ab August nicht nur mit dem betreffenden Finanzamt in die Kommunikation einsteigen, sondern auch seine Steuerbescheide lesen. Die App wird kostenneutral zur Verfügung gestellt.Um die sensiblen Daten zu schützen, wird eine Sicherheitsabfrage, ähnlich den Konto-Apps von Banken den Zugriff Fremder vereiteln. Bis dato konnte man auf seine Daten nur von einem Computer zugreifen auf dem ein Zertifikat hinterlegt ist oder andere Sicherheitsvorkehrungen bereit gestellt werden, so bei der Nutzung von Elster.

Neuerungen werden die Nutzerfreundlichkeit erhöhen


In Ländern wie Schweden und Dänemark ist es bereits üblich seinen Steuerbescheid per SMS zu erhalten, doch davon ist Deutschland noch weit entfernt.Laut dem Finanzminister werden dem Steuerpflichtigen zukünftig mehr Daten in vorausgefüllter Form zur Verfügung gestellt und somit wird sich auch das Ausfüllen erleichtern. Ebenfalls wurde erklärt, dass das Elster-Online-Portal einen so genannten Relaunch erhält, womit die Seite auch auf mobilen Endgeräten, wie zum Beispiel Tablets, gut lesbar zu erreichen ist. Fachleute sprechen hier von einem so genannten "Responsive Design". Im Zuge dessen soll auch der Steuerbescheid an sich überarbeitet werden, womit die Erläuterungen des Finanzamtes bei Abweichungen zur Steuererklärung dann auf einem Blick sichtbar sind. Neben einer überarbeitetet, für den Besucher übersichtlicheren Darstellung soll auch das Schriftbild verändert werden, um die so genannte "Usability" zu verbessern. "Unser Ziel ist es die bürgerfreundlichste Verwaltung zu werden. Ein wesentlicher Schritt ist, dass die Bürgerinnen und Bürger auch verstehen, was wir Ihnen schreiben", sagte der Minister.

Keine Belege mehr ab 2017 notwendig

Die papierlose Steuererklärung ist nach wie vor ein Ziel des Gesetzgebers und der Finanzämter. Zwar klagen viele Steuerberater darüber, dass trotz Elster die Finanzämter am Ende doch noch Nachweise verlangen, aber damit soll ab 2017 in Teilen Schluss sein. Unter Federführung von Bayern und Nordrhein-Westfalen sind nach dem neuen Konzept dann in Teilen keine Belege mehr beizufügen, zum Beispiel bei Spenden oder bei Kapitalerträgen. Finanzminister Walter-Borjans spricht davon, dass zukünftig jeder nach einer einfachen Registrierung seine Steuern vollständig elektronisch erklären kann. Darüber hinaus sollen unproblematische Steuererklärungen elektronisch prüfbar werden, damit sich die Mitarbeiter der Finanzämter intensiver auf die komplexeren und umfangreicheren Fälle konzentrieren können.

Die Smartcard als Mittel gegen Steuerhinterziehung

Im Herbst 2015 soll ein Konzept vorgelegt werden, das auf Initiative des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen den Bargeldfluss an Ladenkassen kontrollieren soll. Mit einer Smartcard soll, ähnlich einem Fahrtenschreiber im LKW, der Fluss von Bargeldern registriert werden, damit, so der Finanzminister, " ... endlich Schluss ist mit Steuerhinterziehungen an der Ladenkasse, die das Gemeinwohl um mindestens fünf bis zehn Milliarden Euro jährlich bringt ... ".

Die Einführung sei, so die Aussage, längst überfällig und in anderen EU-Ländern konnte man sich von der Reibungslosigkeit dieser Systeme überzeugen. Es bleibt also abzuwarten, ob nun eine Finanzamts-App, oder eine Smartcard die Steuerlandschaft nachhaltig und bürgerfreundlicher verändern werden. Nur scheint die moderne, zukunftsweisende Innovation auch in Deutschland endlich angekommen zu sein.

Foto: (c) lenetsnikolai / Fotolia.com

Hinweis: Der Artikel stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt sie nicht.

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