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Streitpunkt Vermögenssteuer: Ökonomen im Disput



Ifo-Chef Clemens Fuest sprach sich gegen eine Vermögenssteuer aus, da die Abgabe die Wirtschaft ausbremse. Erst vor wenigen Tagen legte das Münchner Institut eine Studie zu dieser Thematik vor. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung widerspricht dieser Annahme.

Vermögenssteuer Deutschland
Vermögenssteuer Ja oder Nein | Foto:(c) angelolucas/pixabay.com

Konträre Standpunkte

In den Augen von Ifo-Chef Clemens Fuest ist eine Vermögenssteuer alles andere als sinnvoll. Durch diese Maßnahme – so Fuest – könnte sich das Wachstum der deutschen Wirtschaft in den nächsten Jahren deutlich reduzieren. Wie der Präsident des Forschungsinstituts mit Sitz in München betonte, verringere sich das Bruttoinlandsprodukt dadurch um bis zu 6,2 Prozent. Diese Aussage basiert auf einer Simulationsrechnung, wie Fuest im Rahmen einer veröffentlichten Studie der Stiftung Familienunternehmen betonte. Zusätzlicher Widerspruch kommt vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.

Hohe Steuern in Deutschland

Marcel Fratzscher als Präsident der Vereinigung gab zu diesem Thema zu verstehen, dass er die Studie des Ifo als unvollständig betrachte und deshalb auch daraus gezogene Schlussfolgerungen für falsch halte. Seiner Meinung nach sei die entscheidende Frage, wofür der Staat die Steuereinnahmen nutze. Für die Zukunft seien größere Investitionen in Innovationen, Bildung, digitale Transformation und den Klimaschutz erforderlich. Nach der Meinung von Fratzscher wäre eine für diese Zukunftsinvestitionen genutzte Vermögenssteuer eine gute Option, um neue interessante Arbeitsplätze zu erschaffen, das Wachstum zu steigern und den Wohlstand langfristig zu sichern. Hinzu kommt die Tatsache, dass Deutschland Arbeit und Vermögen besonders hoch versteuert. Diese Form der Besteuerung sei nicht nur hinsichtlich der Gerechtigkeit problematisch. Darüber hinaus entwickeln sich ökonomische Probleme, weil Arbeit immer weniger lukrativ erscheint.

Zuspruch durch mehrere Parteien

Linke, Grüne und die SPD sprachen sich bereits dafür aus, erneut eine Vermögenssteuer einzuführen. Die Steuer soll eine wichtige finanzielle Stütze sein, um die aufgrund der Coronakrise deutlich gestiegenen Schulden zu verringern und dem Land mehr Einnahmen zu ermöglichen. Von anderen Parteien stehen die Pläne jedoch in der Kritik. Die FDP und Union lehnen die geplanten Maßnahmen klar ab. Fuest befürchtet ebenfalls, dass ein durch die Steuer erzieltes finanzielles Plus deutlich hinter etwaigen Erwartungen zurückbleiben könnte. Erschwerend kommt hinzu, dass der Aufwand zur Erhebung der Steuer recht groß ist und nur teilweise umgangen werden kann.

Negative Einflüsse auf das wirtschaftliche Wachstum?

Falls die Einführung der Vermögenssteuer jedoch nicht verhindert werden kann, könnte sich die fehlende finanzielle Unterstützung negativ auf das Wachstum, Investitionen oder mögliche Beschäftigungsverhältnisse auswirken. Infolgedessen bestünde ein vergleichsweise hohes Risiko dafür, dass sich ebenfalls der Zufluss aus anderen Steuerquellen reduziert. Generell ist die Steuer ein Anreiz, um weiteres Kapital zu erwirtschaften oder neue Investitionen zu tätigen.

Die Kluft zwischen Arm und Reich minimieren

Mit ähnlichen Argumenten treten Familienunternehmer auf, auf welche sich die Einführung der Vermögenssteuer besonders deutlich auswirken würde. Wie Rainer Kirchdörfer als Vorstand der Stiftung Familienunternehmen bestätigt, sei die Steuer ein lukrativer Anreiz für einen Kapitalabfluss in Richtung Ausland. Von dieser Regelung sind deshalb vor allem Familienunternehmen betroffen, die zumeist einen sehr hohen Eigenkapitalanteil erbringen müssen. Zugleich zielt die Vermögenssteuer darauf ab, das finanzielle Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich zu minimieren. Diese Ungleichheit bewegt sich nach Aussagen von Fuest seit 2007 auf einem konstanten Niveau. In weltweiten Vergleichen wird das Verhältnis jedoch häufig überzeichnet dargestellt, da aus Pensions- und Rentenansprüchen erzieltes Vermögen nicht berücksichtigt wird. Dieses Vermögen nimmt hierzulande jedoch einen höheren Anteil als in anderen Staaten ein.

Foto:(c) angelolucas/pixabay.com

Der Text ist keine Steuerberatung und kann diese nicht ersetzen.

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