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Versicherungen von der Steuer absetzen


Das bundesdeutsche Bruttohaushaltseinkommen liegt bei circa 3.707 Euro im Monat. Dabei sind die Deutschen Spitzenreiter im europäischen Vergleich, wenn es um die Höhe der Ausgaben für Versicherungsprodukte geht, das ergab eine Studie des europäischen Versicherungsverbandes. Nur welche Versicherungen können gegenüber dem Fiskus als Aufwendung geltend gemacht werden und gibt es Unterschiede?

Versicherungen kann man steuerlich absetzen | PhotoSG/ Fotolia.com

Im Jahr 2012 gab der Deutsche gut 2.219 Euro seines Jahreseinkommens für Versicherungen und Vorsorgeprodukte aus, mithin gut 185 Euro pro Monat. Je nach der individuellen Steuerlast können das gut 10 Prozent des Nettoeinkommens sein, an dieser Stelle sind wir Spitzenreiter im europäischen Vergleich.

Nur werden die Kosten für die Vorsorge im Alter und relevante Versicherungen zum Erhalt der Arbeit oder zur Befriedigung gerechtfertigter Schadenersatzansprüche vom Fiskus insoweit belohnt, als dass diese das Jahreseinkommen mindern, also steuerlich absetzbar sind. Hier unterscheidet man das berufliche Risiko des Steuerpflichtigen und das private Risiko und dies bestimmt auch die Absatzfähigkeit.

Das berufliche Risiko - Werbungskosten

Versicherungen, die das "berufliche Risiko" mindern, können als so genannte Werbungskosten Einzug in die Steuererklärung finden. Der Gesetzgeber will den Schutz vor Schadenersatzansprüchen seitens Dritter, berufsbedingter Unfälle oder das Risiko erhöhter Kosten im Arbeitsstreit durch die Ansetzbarkeit als Werbungskosten belohnen, dient es doch dem Erhalt der Arbeitskraft und der Arbeitsfähigkeit. Diese Versicherungsarten gehören dazu:

  • Unfallversicherungen, sofern sie rein berufliche Unfälle abdecken
  • Rechtschutzversicherungen, hier jedoch nur den so genannten Arbeitsrechtsschutz
  • Berufshaftlichtversicherungen, die Schutz vor Schadenersatzansprüchen Dritter bieten
  • Diensthaftpflichtversicherungen für öffentlich Bedienstete

Das private Risiko - Sonderausgaben

Versicherungen, die das so genannte "private Risiko" minimieren, wie zum Beispiel das Risiko von Altersarmut oder Krankheit in Form von Vorsorgeverträgen werden durch die Absetzbarkeit als Sonderausgaben vom Gesetzgeber belohnt. Diese Vorsorge- oder Versicherungsverträge sind steuerlich absetzbar:

  • gesetzliche Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung
  • private Kranken- und Pflegeversicherungen
  • Berufsunfähigkeitsversicherungen
  • Erwerbsunfähigkeitsversicherungen
  • Private Unfall- und Haftpflichtversicherung
  • Lebensversicherungen, jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen
  • Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung, nicht Voll- oder Teilkasko

Tipp: Manche Versicherungen verbinden, je nach Anbieter und Vertragsinhalt das berufliche und das private Risiko. Bei der Rechtschutzversicherung ist zuweilen der Arbeitsrechtschutz in einem Kompakttarif einkalkuliert. Hier muss der Betrag für den Arbeitsrechtschutz herausgerechnet werden. Gegebenenfalls lassen Sie sich von Ihrem Versicherer eine detaillierte Gliederung der Vertragsbestandteile und der jeweiligen Beiträge in Form eines Nachtrags zur Police zusenden. Dies gilt auch für Unfallversicherungen, die sowohl das berufliche, wie das private Unfallrisiko abdecken. Ein Gespräch mit dem Versicherungsberater schafft hier Klarheit.

Ob nun als Werbungskosten oder Sonderausgaben, Versicherungen und Vorsorgeverträge können Steuern sparen. Hierbei sollte man sich entweder auf die kompetenten Aussagen der Versicherer verlassen, oder mit dem Steuerberater seines Vertrauens sprechen. Es ist auch ratsam vor dem Abschluss eines Vertrages die steuerliche Betrachtung nicht außer Acht zu lassen. In einem der nächsten Artikel werden wir uns diesem Thema, wie auch Spezialpolicen und deren Absetzbarkeit gesondert widmen.

Hinweis: Der Artikel kann eine rechtliche Beratung nicht ersetzen.

Foto: PhotoSG/ Fotolia.com

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