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Zuckersteuer: Wann wird sie in Deutschland eingeführt?


Großbritannien hat es vorgemacht. Seit April 2018 wurde die Limo-Steuer eingeführt. Der Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken ist seitdem rapide gesunken und der Wasserkonsum steigt an. Auch in Deutschland ist die Diskussion um eine Zuckersteuer im vollen Gange.

Steuer auf Zucker
Die Zuckersteuer soll kommen | Foto (c) Humusak/ pixabay.com

Die Limo-Steuer ist ein voller Erfolg

Deutschland tut sich schwer, eine Steuer auf sehr zuckerhaltige Produkte einzuführen. Dabei hat es Großbritannien bereits erfolgreich gezeigt, dass es funktioniert. Durch die Einführung der Limo-Steuer ist der Druck auf die Hersteller in Großbritannien stark gestiegen. Bereits vor der Einführung der Steuer senkten viele, inbegriffen die drei größten Marktführer Großbritanniens, den Zuckergehalt ihrer Getränke schon vor der Einführung der Steuer. Die Limo-Steuer wird nämlich fällig, wenn ein Getränk mehr als fünf Gramm Zucker je 100 Milliliter enthält.

Wenig Verluste: Wasserkonsum steigt

Der Zuckergehalt in vielen Erfrischungsgetränken in Großbritannien ist deutlich geschrumpft. Dies bestätigt auch eine Studie der Universität Oxford. Demnach ist der Absatz von mittelstark und stark gezuckerten Getränken laut Angaben um 50 Prozent gesunken. Dennoch gibt es für die Händler und Produzenten eine positive Bilanz. Die neuen Rezepturen der Erfrischungsgetränke generieren neue Kunden. Zudem ist der Verkauf von Wasser sowie zuckerfreien und zuckerarmen Getränken um 40 Prozent gestiegen.

Mehrwertsteuer: 7 oder 19 Prozent?

In Deutschland regelt der Paragraf 12 des Umsatzsteuergesetzes, sowie zwei Tabellenanhänge mit 54 Kategorien, was wie besteuert wird. Ergänzend hilft zudem ein 140 Seiten umfassendes Ministeriumsschreiben bei der Einordnung der Produkte in sieben oder 19 Prozent Mehrwertsteuer.

Bei diesem Vorgang wird jedes Produkt und jede Dienstleistung einer Zolltarifnummer zugeordnet. Erhält das jeweilige Produkt eine Nummer, gibt es sieben Prozent, lässt es sich unterdessen nicht einordnen, entscheidet der Zoll per Antrag und nicht selten die Finanzgerichte.

Foodwatch fordert die Abschaffung der Mehrwertsteuer für Obst und Gemüse

Ob das jeweilige Obst und Gemüse sieben oder 19 Prozent Mehrwertsteuer bekommt, bestimmt nicht die Herkunft oder die Nachfrage, sondern es hängt von der Verarbeitung ab.

Dabei ist es egal, ob es sich um Avocados aus Peru oder Tomaten aus Deutschland handelt, solange sie frisch und unverarbeitet verkauft werden, wird eine Mehrwertsteuer von sieben Prozent erhoben. Auch püriertes Obst und Gemüse, etwa dickflüssige Säfte wie Smoothies und eingekochtes wie Marmelade fallen unter die sieben Prozent. Allerdings führt Pressen als Verarbeitungsform bei Obst und Gemüse dazu, dass 19 Prozent Mehrwertsteuer erhoben wird.

Um noch mehr Verbraucherinnen und Verbraucher zu bewegen, Geld für gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse auszugeben, fordert foodwatch die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf solche Produkte.

Diskussion um Zuckersteuer in Deutschland

Eine Zuckersteuer in Deutschland einzuführen, würde einige Vorteile mit sich bringen. Erstens würde es dem Verbraucher zugutekommen, wenn er nicht permanent die Nährstofftabellen auf der Verpackung studieren müsste, um den Zuckergehalt des jeweiligen Produkts festzustellen.

Zweitens wäre es eine bewusste Entscheidung für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger. Die Bundesregierung gibt jährlich immense Summen für die Gesundheitsprävention aus. Ab 1. Januar 2020 können sogar Arbeitgeber pro Beschäftigten und Jahr bis zu 600 Euro für qualitätsgesicherte Maßnahmen zur verhaltensbezogenen Primärprävention und zur betrieblichen Gesundheitsförderung aufwenden, ohne dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese Zuwendungen als geldwerten Vorteil versteuern müssen.

Mit der Steuer auf zuckerhaltige Produkte wäre eine weitere präventive Maßnahmen geschaffen, die zukunftsweisender und kostengünstiger auch für die Krankenkassen wäre.

 

>> Der Text ist keine Steuerberatung und ersetzt sie nicht.

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