Login
Kostenlos und unverbindlich: Hier finden Sie den passenden Steuerberater in Ihrer Nähe
PLZ:
So einfach geht's
  • Postleitzahl eingeben (2 oder 5 Stellen)
  • Kostenlose Anfrage stellen
  • Angebote erhalten und vergleichen!


Steuerberater für Freiberufler 

Freiberufler unterliegen besonderen Bestimmungen bei der Besteuerung | (c) fotodo/ Fotolia

Wichtige steuerliche Bestimmungen für Freiberufler

Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit werden steuerlich als eine Kategorie der Einkünfte aus selbständiger Arbeit in § 18 Einkommensteuergesetz (EStG) geregelt. Dort findet sich im Absatz 1 eine detaillierte Aufstellung der beruflichen Tätigkeiten, die dieser Kategorie zugeordnet werden. Zu den bekanntesten freiberuflich Tätigen zählen:
Eine vollständige Auflistung freiberuflicher Tätigkeiten finden Sie hier: "Gesetze-im-internet".
Diese Auflistung ist für viele Selbständige von großer Bedeutung, da an dieser Stelle die Abgrenzung zwischen freiberuflicher und gewerblicher Tätigkeit stattfindet. Sofern man einen der "klassischen" freien Berufe ausübt, die als sogenannte "Katalogberufe" im Gesetz geregelt sind, gibt es mit der Klassifizierung als freiberufliche Tätigkeit keine Probleme mit dem Finanzamt .
Als Freiberufler  unterliegt man nicht der Gewerbesteuerpflicht und darf seinen Gewinn auf vereinfachte Art und Weise ermitteln, ohne eine Bilanz erstellen zu müssen. Insbesondere das Privileg der Gewerbesteuer-Befreiung führt allerdings immer wieder zu steuerrechtlichen Streitigkeiten mit den Finanzämtern, die bei außerhalb Ihres "beruflichen Kernbereichs" tätigen Freiberuflern gerne eine gewerbliche Tätigkeit mit daraus folgender Gewerbesteuerplicht unterstellen. Dies ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Gewerbesteuer den Gemeinden zufließt und der Finanzierung von kommunalen Ausgaben dient.

Wer also eine freiberufliche Tätigkeit aufnehmen will oder als Freiberufler Veränderungen seines aktuellen Tätigkeitsspektrums plant, sollte möglich frühzeitig die Beratung bei einem Steuerberater suchen, der über profunde Erfahrungen mit Freiberuflern verfügt.

Steuerliche Anmeldung bei Aufnahme einer freiberuflichen Tätigkeit

Nach den Bestimmungen des § 138 Abgabenordnung (AO) muss der Steuerpflichtige seinem Wohnsitz-Finanzamt die Aufnahme einer freiberuflichen Tätigkeit innerhalb von einem Monat nach Beginn schriftlich anzeigen. Dazu genügt ein formloses Schreiben. Anschließend erhält der Steuerpflichtige einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, der auszufüllen und mit den angeforderten Unterlagen wie z.B. Ausbildungsnachweisen an das Finanzamt zurückzusenden ist.

Bevor man mit der Anmeldung der neuen Tätigkeit den ersten Schritt macht, sollte man die Erfolgsaussichten der geplanten Tätigkeit realistisch bewerten. Analog gelten für eine freiberufliche Tätigkeit die gleichen Anforderungen hinsichtlich der Gewinnerzielungsabsicht wie für einen Gewerbetrieb. Wichtig ist es, dass die geplante Tätigkeit von der Gründung bis zur Beendigung der Tätigkeit einen positiven Saldo beim "Totalgewinn" erbringt. Wer also über Jahre nur Verluste anhäuft und die Tätigkeit dann beendet, läuft Gefahr, dass das Finanzamt dem Steuerpflichtigen "Liebhaberei" unterstellt und die zuvor steuerlich geltend gemachten Verluste rückwirkend die Anerkennung entzieht. Das führt dann häufig zu erheblichen Steuernachzahlungen. Bei Zweifeln an den Erfolgsaussichten seiner Tätigkeit sollte also unbedingt ein kompetenter Steuerberater  eingeschaltet werden.

Hier finden Sie kostenlos einen Steuerberater für Freiberufler :


Unabhängig von Risiko der Unterstellung fehlender Gewinnerzielungsabsicht, die für die meisten Freiberufler  keine Rolle spielen wird, sollte man die Bearbeitung des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Insbesondere bei Tätigkeiten, die nicht explizit als sogenannte "Katalogberufe" im Gesetz genannt sind, sollte der Fragebogen nicht ohne Hinzuziehung einer Steuerkanzlei mit Erfahrungen in der Betreuung freiberuflicher Mandanten ausgefüllt werden. Wer hier leichtfertig Angaben macht, läuft Gefahr, dass das Finanzamt die angemeldete Tätigkeit als gewerbliche Tätigkeit einordnet und somit die Einkünfte zusätzlich der Gewerbesteuer unterliegen. Bei nicht explizit im Gesetz genannten Berufen erfolgt die Abgrenzung zwischen freiberuflicher und gewerblicher Tätigkeit im Wesentlichen über den die Merkmale "berufliche Qualifikation" und "Tätigkeitsinhalt": Eine freiberufliche Tätigkeit erfordert grundsätzlich eine besondere berufliche Qualifikation (qualifizierte Ausbildung oder Studium) sowie einen hohen Anteil persönlicher, eigenverantwortlicher und fachlich unabhängiger Tätigkeit. Insbesondere bei den sogenannten "Neuen Freien Berufen" empfiehlt es sich, dass der Steuerberater vorab mit dem Finanzamt in Kontakt tritt und eine "verbindliche Auskunft" einholt.

Gewinnermittlung bei freiberuflicher Tätigkeit mittels Einnahmeüberschussrechnung

Als Freiberufler ist man gesetzlich nicht zur Buchführung und Bilanzierung verpflichtet, wie es für gewerbliche Tätige (die bestimmte Umsatzgrenzen bzw. Gewinngrenzen überschreiten) obligatorisch ist. Gemäß § 4 Abs. 3 Einkommensteuergesetz (EStG) dürfen Freiberufler ihren Gewinn als Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben ermitteln, was landläufig als Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) bekannt ist. Dazu stellt das Finanzamt ein spezielles Formular in Form der "Anlage EÜR"  zur Verfügung, in dem die Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben detailliert eingetragen werden.

Dieses Formular ist bei Bruttobetriebseinnahmen ab 17.500,- Euro zwingend zu verwenden, weshalb eine formlose Gewinnermittlung bei Überschreitung dieser Grenze nicht anerkannt wird. Bei der Einnahmeüberschussrechnung werden die in einem Kalenderjahr zugeflossenen Betriebseinnahmen den abgeflossenen Betriebsausgaben gegenübergestellt.

Von wenigen Ausnahmen wie der "Absetzung für Abnutzung (Afa)" abgesehen, sind also die innerhalb der Periode stattfindenden Zuflüsse und Abflüsse zu buchen. Eine zum Jahresende gestellte Rechnung, bei der die Zahlung erst im Januar des Folgejahres auf dem Konto eingeht, ist also erst im Januar einzubuchen.

Wer weniger als 17.500,- Euro Bruttobetriebseinnahmen hat, darf gemäß Rundschreiben des Bundesfinanzministeriums vom 02.10.2014 hingegen eine formlose Gewinnerermittlung durchführen.

In jedem Falle ist der sich in der EÜR bzw. der formlosen Gewinnermittlung errechnete Gewinn in der "Anlage S" der Einkommensteuererklärung anzugeben.

Umsatzsteuer für Freiberufler - ja oder nein?

Entsprechend der Systematik des Umsatzsteuergesetzes (UStG) ist im ersten Schritt zu prüfen, ob Freiberufler steuerbare Umsätze im Sinne des § 1 UStG erbringen.
Freiberufler sind als Selbständige beruflich nachhaltig tätig und erbringen ihre Leistungen im Rahmen Ihres Unternehmens gegen Entgelt. Damit unterliegen die Umsätze aus freiberuflicher Tätigkeit genauso wie die Umsätze aus gewerblicher Tätigkeit der Umsatzsteuer.
Im zweiten Schritt ist dann zu klären, ob die als steuerbare Umsätze geltenden Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit von der Umsatzsteuer befreit sind. Die einschlägigen Bestimmungen finden sich im § 4 UStG (Steuerbefreiungen bei Lieferungen und sonstigen Leistungen).In diesem Paragraphen sind über viele Seiten die Arten von Umsätzen aufgeführt, die von der Umsatzsteuer befreit sind. Dazu gehören auch Umsätze von Freiberuflern im Bereich der Humanmedizin wie beispielsweise die von:
  • Ärzten
  • Hebammen
  • Heilpraktikern
  • Physiotherapeuten
Dagegen unterliegen andere "klassische" freiberufliche Umsätze wie die von Ingenieuren, Rechtsanwälten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern der Umsatzbesteuerung.

2. Laufende Betreuung der freiberuflichen Tätigkeit durch den Steuerberater

Aufgrund der im Vergleich zu Gewerbetrieben geringeren Anforderungen an die Gewinnermittlung und dem großen Angebot an Steuer-Software könnte man auf den ersten Blick den Eindruck gewinnen, dass die Beauftragung eines Steuerberaters nicht unbedingt erforderlich ist. Wer diesen Weg beschreitet, wird schnell feststellen, dass ohne vertiefte Kenntnis des komplexen Steuerrechts leichtfertig Steuervorteile verschenkt werden, man aber auch schnell Fehler machen kann, die negative juristische Folgen bis hin zum Vorwurf der Steuerhinterziehung haben können. Nachfolgend sind beispielhaft einige Themen genannt, bei denen ein Steuerberater wertvolle Unterstützung leisten kann.

Hier finden Sie kostenlos einen Steuerberater für Freiberufler :

2.1. Pflicht zur Abgabe einer Umsatzsteuervoranmeldung

Wer eine freiberufliche Tätigkeit neu beginnt, ist gemäß § 18, Abs. 2 UStG (Besteuerungsverfahren) verpflichtet, im laufenden und im folgenden Kalenderjahr eine Umsatzsteuervoranmeldung monatlich jeweils bis zum 10. Tag des Folgemonat per Datenfernübertragung an das Finanzamt zu schicken. Selbst bei einer anfangs überschaubaren Beleganzahl ist der terminliche Druck hier erheblich. An dieser Stelle kann der Steuerberater für Entlastung sorgen, in dem er einen Antrag auf Dauerfristverlängerung beim Finanzamt stellt. Für "Monatszahler" muss zusätzlich eine sogenannte Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung in Höhe von 1/11 der Umsatzsteuerschuld des Vorjahres angemeldet werden bzw. für Gründer müssen die im Kalenderjahr voraussichtlich anfallenden Umsätze geschätzt werden. (Leerzeichen vor Punkt entfernen) Nach Erledigung dieser Formalitäten verschiebt sich für den Gründer der Anmeldetermin für die Umsatzsteuervoranmeldung um einen Monat nach hinten.
Freiberufler, die die Gründungsphase verlassen haben, sind gemäß § 18 Abs. 2 UStG grundsätzlich verpflichtet, ihre Umsatzsteuervoranmeldung vierteljährlich abzugeben. Sobald aber im vergangenen Kalenderjahr die Umsatzsteuer die Summe von 7.500,- Euro übersteigt, verkürzt sich der Voranmeldungszeitraum auf 1 Monat.
Darüber hinaus enthält das Umsatzsteuergesetz noch eine Optionsmöglichkeit, die für Steuerpflichtige von Interesse ist, die eine freiberufliche Tätigkeit mit (anfangs) geringen Umsätzen aufnehmen. Für diesen Personenkreis ist der § 19 UStG von Bedeutung, der die Besteuerung von Kleinunternehmern regelt. Bei Einhaltung bestimmter Umsatzobergrenzen enthält die Pflicht zur Ausweisung der Umsatzsteuer auf den Ausgangsrechnungen und zur der Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung. Im Gegenzug darf dann allerdings die Vorsteuer aus Eingangsrechnungen nicht geltend gemacht werden. Ob die Inanspruchnahme der "Kleinunternehmer-Regelung" im Einzelfall wirtschaftlich sinnvoll ist, sollte man frühzeitig mit dem Steuerberater besprechen.

2.2 Umqualifizierung von freiberuflichen in gewerbliche Einkünfte

Dieser Komplex wird stark durch die Rechtsprechung der Finanzgerichte bestimmt, da betroffene Steuerpflichtige gegen entsprechende Bescheide der Finanzämter Widerspruch einlegen. Die Umqualifizierung einer bisher freiberuflichen Tätigkeit in eine gewerbliche Tätigkeit führt regelmäßig zu erheblichen finanziellen Nachteilen für die Betroffenen, da für alle streitgegenständlichen und alle zukünftige Einkünfte Gewerbesteuer anfällt.
Grundsätzlich besteht schon dann die Gefahr der Umqualifizierung der Einkünfte, wenn man als Freiberufler berufsuntypische Leistungen wie beispielweise Vermittlungsleistungen erbringt. Große Vorsicht ist bei sogenannten "gemischten Tätigkeiten" geboten, die beispielsweise im Bereich der EDV-Beratung (Beratungsleistung und gewerblicher Verkauf von Hard- und Software) nicht selten zu Streitigkeiten führen. Es ist bei entsprechender Gestaltung durchaus möglich, sowohl eine freiberufliche als auch eine gewerbliche Tätigkeit so auszuüben, dass die gewerbliche Tätigkeit nicht auf die freiberufliche Tätigkeit abfärbt und zu negativen Folgen wie Unterwerfung der freiberuflichen Einkünfte unter die Gewerbesteuer führt. In derartigen Fällen ohne die Hilfe eines Steuerberaters zu agieren, ist angesichts der erheblichen steuerlichen Risiken nicht zu empfehlen.

Foto: (c) fotodo/ Fotolia

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine rechtliche Beratung dar und kann diese auch nicht ersetzen.

Steuerberater in Ihrer Nähe

Steuerberater in Fürth: Assel & Partner
Assel & Partner
Venusweg 1a
90763 Fürth
Steuerberatung für
  • Freiberufler und Selbstständige
  • Vermieter und Verpächter
  • Existenzgründer
Zum Profil
Steuerberater in Kornwestheim: Steuerberater
Steuerberater
Badstraße 21
70806 Kornwestheim
Steuerberatung für
  • Arbeitnehmer
  • Freiberufler und Selbstständige
  • Vermieter und Verpächter
Zum Profil
Steuerberater in Aschaffenburg: HERZOG & BISCHOF Steuerberatungsgesellschaft mbH
HERZOG & BISCHOF Steuerberatungsgesellschaft mbH
Marienstraße 31
63743 Aschaffenburg
Steuerberatung für
  • Arbeitnehmer
  • Freiberufler und Selbstständige
  • Vermieter und Verpächter
Zum Profil

weitere Steuerberater
Aktuelle Anfrage
Steuerberater gesucht in Köln (51103)
Anfrage als: Firma
Gewünschte Leistungen für Firma: Bilanzen / Jahresabschluss, Finanzbuchhaltung / Buchhaltungsservice, Lohn- und Gehaltsabrechnungen
für das Jahr/Jahre: 2017
Details zum Beratungsumfang / Sonstiges: Wir suche einen zuverlässigen Steuerberater zu Buchhaltungs Unterstützung.


Anfragen insgesamt weitergeleitet:
49.204

letzte Anfrage vor:
8 Min
Für Steuerberater
Die einfache Mitgliedschaft

ist kostenlos und jederzeit kündbar. Melden Sie sich jetzt an und lernen Sie uns und unser Netzwerk kennen, stellen Sie sich und Ihre Kanzlei vor und erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten von SteuerberaterScout.